Green Certificate – der digitale Impfpass

von Anja Lindenau und Rechtsanwältin Karina Filusch, LL.M.

Die Impfkampagne nimmt langsam Formen an. Das gelbe Impfbuch wird auf einmal zum Statussymbol. Doch das soll sich bald ändern, denn der digitale Impfausweis steht in den Startlöchern.

Green Certificate und der digitale Impfausweis

Als erstes muss gesagt werden, dass der analoge Impfausweis uns erhalten bleibt. Der digitale Impfausweis soll nur als zusätzliche Möglichkeit dienen, um Impfungen, Corona Testergebnisse und Covid-19-Heilstatus festzuhalten. Wer also kein Smartphone hat oder es einfach nicht möchte, kann weiterhin sein gelbes Impfbuch überall vorzeigen.

Mit dem digitalen Impfausweis folgt Deutschland einer Entscheidung des Europäischen Rat, einen standardisierten Impfausweis zu schaffen um die Reisefreizügigkeit zu erleichtern. Der daraus folgende Verordnungsentwurf der Europäischen Kommission sah ein digitales Zertifikat vor und kein analoges. Dabei schuf die EU nur Anerkennungsrahmen für diese Zertifikate, die Umsetzung blieb jedem Land selbst überlassen. Dieses Vorhaben nennt sich „green certificate“, weil die Farbe Grün mit der Reisefreizügigkeit verbunden wird.

Der digitale Impfnachweis des Bundesministerium für Gesundheit ist der erste Schritt zur Schaffung eines solchen „green certificate“ für Deutschland.

Dabei soll der „EU Impfnachweis“ nur eine Übergangslösung sein, der nach der Corona-Pandemie seine Wirkung wieder verliert.

Wie funktioniert der digitale Impfnachweis eigentlich?

Nach der vollständigen Impfung erhält man einen QR-Code oder einen Bar-Code, den man über die Corona-Warn-App oder die neue kostenlose CovApp einscannen kann. In der App ist der Impfnachweise dann digital abrufbereit. Dies allerdings erst nach zwei Wochen, wenn der volle Impfschutz eintritt.

Personen, die bereits vor Einführung des digitalen Impfpasses vollständig geimpft wurden, erhalten den QR-Code nachträglich per Post zugesandt oder können ihn in der Arztpraxis, in der sie geimpft wurden, erhalten. Dann kann der QR-Code über die App gescannt werden.

Ab dem 14. Juni gibt es auch die Möglichkeit für vollständig geimpfte, einen QR-Code in Apotheken zu erhalten. Auf https://www.mein-apothekenmanager.de/ kann nachgeprüft werden, in welcher Apotheke es möglich ist, so ein nachträgliches Impfzertifikat zu erhalten.

Warum unbedingt digital?

Viele fragen sich aber immer noch, warum unbedingt digital, wenn all die Jahre auch analog genügte. Zum einen der Vorteil, wenn das gelbe Impfbuch einmal verloren ist, dann müssen die gesamten Daten mühsam nachrecherchiert werden. Das ist beim digitalen Impfausweis einfacher. Die Daten sind gespeichert in der App, also kann das Handy verschwinden, die Impfdaten sind es nicht.

Der andere Vorteil und der wichtigste, der digitalen Impfausweis ist fälschungssicherer. Zumindest wenn das Zertifikat direkt bei der Original-Impfung ausgegeben wird. Problematischer wird es bei denen die schon vor der Einführung des digitalen Impfnachweis geimpft wurden. Das Bundesministerium für Gesundheit plant das Arztpraxen, Impfzentren und Apotheken das Zertifikat auf Basis der gelben Impfbücher nachträglich erstellen sollen. Leider ist es relativ einfach das analoge Impfbuch zu fälschen und einen falschen Nachweis für die Covid19-Impfung zu erstellen. Ob das wirklich so ablaufen soll, ist aber noch nicht konkret raus und es werden noch verschiedene Test durchgeführt um das Problem zu beheben.


Beitragsbild: seedo  / www. pixelio.de

Kontakt

Rechtsanwältin und externe Datenschutzbeauftragte (TÜV Nord)
Karina Izabela Filusch, LL.M.

Friedrichstraße 95
10117 Berlin

Nähe S-/U-Bhf. Friedrichstraße

Tel.: 030 219 11 555
Mobil: 0170 23 85 788

Telefonische Sprechzeiten:
Mo – Do: 9:00 – 18:00 Uhr
Fr: 9:00 – 15:00 Uhr

E-Mail:
hallo@dasou.law

Sie können auch verschlüsselt mit uns kommunizieren.

    * Pflichtangaben